22.11.2017 11:39 Alter: 22 days

Tierisch-biblische Töne

Die Musiker machen beim Konzert in der Stadtkirche die Arche Noah sowie Jonas und den Wal zum Thema .

Tierisch-biblische Töne hatte die Stadtmusik bei ihrem Kirchenkonzert im Programm. Foto: Heidrun Simoneit

LÖFFINGEN. Viele Musikliebhaber haben am Sonntag den Weg in die Löffinger Stadtkirche gefunden, um beim Kirchenkonzert des Sinfonischen Blasorchesters dabei zu sein. Tierisch-biblisch lautete die Thematik des unterhaltsamen Programms. "Ich habe die Bibel lange nach passenden Texten durchgeforstet", erklärte Dirigent Thomas Epple und verriet den Schwerpunkt der Darbietungen: die Arche Noah. Da sprach Gott zu Noah: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Mach dir eine Arche aus Zypressenholz. Ich will nämlich die Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch zu verderben. Und so baute Noah eine Arche, sammelte Tiere ein, um sie vor der Flut zu retten. Die Botschaft, Parade der Tiere, der Sturm und das Lied der Hoffnung – in diesen vier Sätzen, vertont von belgischen Komponisten Bert Appermont, präsentierte die Stadtmusik zunächst fröhliche, helle Klänge, bevor es düster, bedrohlich wurde. Am Ende aber wird es hoffnungsvoll und zurückhaltend, die Arche hat die Flut schadlos überstanden und verschwindet am Horizont.

Im Stück "Schlangen" von Thomas C. Duffy zeigten die Musiker, wie diese Tiere in der Natur vorkommen. Ein Zischen, ein Klappern war zu hören, bedrohlich, verführerisch demonstrierten die Musiker ihr Wesen und ihre Stärke. "Da würde es mich nicht wundern, wenn manche von Ihnen aufmerksam den Boden absuchen", glaubte Epple.

Geschichten bildhaft vor Augen entstehen zu lassen, das gelang den Musikern an diesem Nachmittag. Sie setzten die Programmmusik scheinbar leicht in Töne um und demonstrierten die Vielfalt des tierisch-biblischen Themas. So auch bei "Ishmael" aus der Suite "Von Seeleuten und Walen". William Francis McBeth vertonte die spannende Geschichte um den Wal, der Jonas verschluckt, aber schließlich auf Befehl Gottes wieder an Land absetzen musste. McBeth schildert mit dieser Walmusik die Erfahrungen eines Fischers, zeigt die Schönheit der majestätischen Tiere, ihr ruhiges Gleiten durch die Wellen, die unendliche Weite der Meere, Ehrfurcht ist zu spüren.

In "Wo die Adler fliegen" wird die große Symbolik beschrieben, ein Tier, das hoch in die Lüfte steigt, alles mit seinen scharfen Augen kontrolliert, stets den Überblick behält. Seine mächtigen Flügeln breitet er scheinbar mühelos aus, um sich mit Leichtigkeit fortzubewegen. In der Bibel besitzt der Vogel wohl die meiste Kraft, für Allmacht, Allwissen.

Mit dem englischen Volkslied "Greensleeves", das in den traditionellen Versen vom Wehklagen eines Liebenden handelt, endete das unterhaltsame Programm der Stadtmusik. Das Stück ist bei uns bestens als Weihnachtsmelodie bekannt, wurde von Alfred Reed arrangiert. Dieses Arrangement bietet viele Gelegenheiten, eine ausdrucksvolle Aufführung durch Individualität zu erzielen. Dirigent Epple kündigte eine herbstlich angehauchte Variante, passend zum aktuellen Wetter an.

Doch ohne Zugabe entließen die Musikliebhaber ihre Stadtmusik nicht. "Nach einer tierischen Zugabe habe ich vergeblich gesucht", verriet Epple und verabschiedete das Publikum deshalb mit einem Gute Nacht-Lied und wies am Ende auf das gemeinsame Projekt mit Haus Lebensheimat hin. In mehreren Malaktionen entstand ein farbenfroher Kunstkalender zur Musik von "Arche Noah".


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